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MUSIK.KREATIV.nachlese – 200 Fachbesucher im Jazzclub domicil

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Buehnendiskussion in Dortmund

Buehnendiskussion in Dortmund


Veranstalter zogen positives Resümee: Symposium MUSIK.KREATIV. „Zwischen Smalltalk und Standortdebatte“ durchweg erfolgreich

Vor rund 200 Besuchern diskutierten am 05. November 2008 Branchenkräfte sowie Vertreter von Verbänden und Institutionen über aktuelle Themen der Musikwirtschaft in Dortmund und der Metropole Ruhr. Die Veranstaltung, die in den übergeordneten Rahmen des Maßnahmepaketes DORTMUND.KREATIV. der Wirtschaftsförderung Dortmund eingebettet ist, war als ein offenes Forum konzipiert, in dem die Belange der Musik- und Veranstaltungsbranche angesprochen und diskutiert wurden.

Den Auftakt bildete ein Panel das der Loveparade gewidmet war. Die Durchführung dieser Großveranstaltung stellte nicht nur besondere Anforderungen an den Veranstalter und die Stadt als Gastgeberin, sondern tangierte auch viele andere Bereiche. Neben der örtlichen Gastronomie und Veranstaltungswirtschaft war auch der Dortmunder Einzelhandel direkt von den Auswirkungen betroffen. Der Dortmunder Wirtschaftsförderung zufolge (Quelle: GfK Zahlen), ließ der durchschnittlicher Loveparade-Besucher 89,37 EUR in der Region. Darüber hinaus bescherte die Loveparade der Stadt ein hohes Maß an medialer Aufmerksamkeit und damit ein hohes Ansehen. Kritisch wurde die Vergabe von Ausschanklizenzen an gastronomiefremde Unternehmer am Veranstaltungstag sowie die deutliche niedrigeren Umsatzerlöse des innerstädtischen Einzelhandels während des so genannten „Love Weekend“ bemerkt.

Im zweiten Panel wurde über „Rave ’n’ Ruhr – Im Spannungsbogen zwischen Konzerten und Clubs!“ diskutiert. Insbesondere diese Gesprächrunde offenbarte die unterschiedliche Herangehensweise und wirtschaftliche Ausrichtung dieses Teils der Musikwirtschaft. So äußerte Kommunikations- und Marketingwirt Mirko Müller, dass er, nachdem sein Musikklub Versteck etabliert sei und sich dort mehr als nur die eigentliche Szene trifft, das Lokal wieder schließen wird. Das Versteck wünscht sich die Distanz zum Kommerz. Diese Aussagen wurden seitens der Vertreter kleiner sowie großer Unternehmen durchaus kontrovers diskutiert.

In der dritten und letzten Gesprächsrunde kamen die Ruhr Music Commission (RMC), die NRW.BANK, Unternehmer und das Kulturbüro zur Wort. Bei der Ruhr Music Commission handelt es sich um eine Initiative der in der Metropole Ruhr ansässigen Musikwirtschaft, die von der RUHR.2010 initiiert wurde und die als Dachverband die Interessen der Branche wahrnehmen soll. In diesem Panel regten vor allem die Äußerungen von Herrn Dr. Güllmann, der als Bereichsleiter Beteiligungen bei der NRW.BANK einen Förderfond eigens für Unternehmen aus der Kreativwirtschaft von rund 30 Millionen Euro bereithält, das Interesse des Publikums.

MUSIK.KREATIV. wurde veranstaltet von der Wirtschaftsförderung und dem Kulturbüro der Stadt Dortmund. Die RUHR.2010 hat das Format unterstützt. Auf Grundlage der Erfahrungen dieser Veranstaltung sowie aus dem Dialog mit den Vertretern der Musikwirtschaft sollen künftig weitere Aktivitäten und Projekte entwickelt werden, die dazu beitragen sollen, diesen Teil der Kreativwirtschaft adäquat und wirkungsvoll zu fördern.

Written by Herausfinderin

20. Januar 2009 at 4:47 pm

Studie gibt Aufschluss über Wünsche

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Mit 228 Unternehmen, einem jährlichen Umsatzvolumen von 213 Millionen Euro und fast 4.000 Beschäftigen ist der Wirtschaftszweig Musikwirtschaft in Dortmund stärker vertreten als bislang angenommen (Zahlen aus 2006). Ein Ausbau der brancheninternen und -übergreifenden Vernetzung sowie eine verstärkte Kooperation mit Behörden zählen zu den Wünschen und Handlungsempfehlungen der Firmen der lokalen Musikbranche.

Dies sind einige wichtige Ergebnisse der Studie „Analyse Musikwirtschaftsstandort Dortmund“, die im Mai 2007 mehr als 100 Interessierten bei einem Branchenhearing im Konzerthaus Dortmund vorgestellt wurden.

Die Studie wurde von dem Kulturdezernat der Stadt Dortmund in Auftrag gegeben, deren Finanzierung von der Wirtschaftsförderung übernommen. Durchgeführt wurde sie von Amke Block mit Unterstützung des Dortmunder Musikjournalisten Manfred Tari.

Die Dortmunder Musikwirtschaft in Zahlen
Die Studie, deren Beteiligung weit über dem Durchschnitt ähnlich gelagerter Untersuchungen liegt, belegt, dass die 228 Dortmunder Musikunternehmen eine nicht zu vernachlässigende Wirtschaftskraft darstellen: Insgesamt wird von ihnen pro Jahr ein Umsatzvolumen von 213 Millionen Euro erwirtschaftet. Zu diesem Ergebnis tragen etwa 1.900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und gut 2.000 freie Mitarbeiter bei. Auch als Jobperspektive für junge Menschen ist die Musikbranche interessant: 35 Prozent der Dortmunder Musikfirmen bilden aus, insgesamt hat die Musikwirtschaft 130 Ausbildungsplätze geschaffen. Im Durchschnitt kommen auf jedes ausbildende Unternehmen 1,6 Auszubildende.

Breites Spektrum der Dortmunder Musikbranche
Das Spektrum der Dortmunder Musikwirtschaft ist breit gefächert: Es gliedert sich in die Bereiche Instrumenten- und Musikalienhandel, Musikschulen, Musiklabel und Verlage, Tonträgerhandel und Tonstudios, Live Entertainment, Musikmedien und musiknahe Unternehmen wie Promotion-Agenturen und Merchandisinghersteller.
Die Branche wirkt sich auch auf Live Entertainment-Angebote und die örtliche Gastronomie und Hotellerie und die regionalen Werbemedien aus. Weitere positive Faktoren generiert die Branche ebenfalls in Bezug auf den Bedarf an anderen kreativen Dienstleistungen wie Grafik und Design oder Software- und Internetanwendungen.

Marken und Märkte sind gut erschlossen
Bei den musikalischen Genres konnte für die Dortmunder Musikfirmen kein Schwerpunkt festgestellt werden. Dortmund ist allerdings sowohl national als auch international als eine Metal-Hochburg bekannt. Festivals wie Mayday oder Juicybeats haben das Genre-Spektrum um elektronische Musik nachhaltig erweitert.

Außergewöhnlich gut strukturiert ist in Dortmund das Live Entertainment-Angebot. Es weist in den Größenordnungen von der Westfalenhalle bis hin zum Szenetreff Subrosa ein breites Spektrum von Spielstätten auf.

Auch der Bereich der Musikmedien ist in Dortmund gut vertreten. Mit den Magazinen Rock Hard und Visions sind gleich zwei bundesweit relevante Musikmedien hier beheimatet. Das Rock Hard erscheint in Lizenzausgabe in Brasilien, Italien und Spanien, während die Verlagsgruppe Visions das Interviewmagazin Galore verlegt. Das Verlagshaus Harenberg veröffentlicht zudem für den Bereich klassische Musik renommierte Standardwerke wie die Kulturführer Oper und Konzert.

Die Deutsche Urheberrechtsgesellschaft GEMA unterhält vor Ort die Bezirksdirektion NRW. Musik Jellinghaus bestellt von Dortmund aus sein Geschäft für die firmeneigene Gitarrenmarke Martinez, die in China produziert wird.

Das Metal-Label Century Media kommt aus Dortmund und verfügt über Niederlassungen in Los Angeles und Gibraltar. Und seit zwei Jahren betreibt das Software Unternehmen Dr. Materna eine Plattform für Musicdownloads auf PCs und für Downloads für Mobiltelefone.

Die Reihe kleinerer und größerer Positiv-Beispiele ist lang und belegt die unternehmerische Substanz und die Vielfalt der Dortmunder Musikfirmen.

Dortmunder Musikfirmen sind standorttreu
Darüber hinaus unterscheidet ihre Standorttreue die Dortmunder Musikwirtschaft positiv von anderen Städten: Zwei Drittel der befragten Unternehmen wollen auch in Zukunft Dortmund als Firmensitz beibehalten. Eine Besonderheit, bedenkt man, dass unlängst viele prominente Musikfirmen aus Hamburg oder Köln nach Berlin zogen.

Handlungsempfehlungen
Nach der Evaluierung können einige Handlungsempfehlungen Aufschluss über die Bedürfnisse und Erwartungen der Branche geben.

Neben dem Wunsch eines besseren Networking unter den Firmen selbst wurde auch der Bedarf an einer verstärkten Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund deutlich. Aus Sicht vieler Firmen erscheint die Realisation einer weiteren Konzerthalle mit einem Fassungsvermögen von bis zu 3.000 Besuchern sinnvoll. Als weitere Ideen wurden ein Museum für moderne Musik, ein Festival für Chöre und eine werbliche Kampagne zugunsten ortsansässiger Tonträgergeschäfte thematisiert. Ferner wurden frühere Ansätze wie ein Gründerzentrum für Firmen aus der Kreativ- und Musikwirtschaft sowie ein Proberaumzentrum erörtert.

Um Möglichkeiten gemeinsam bewerten und bearbeiten zu können, sollte ein Musik Jour Fix von der Wirtschaftsförderung ins Leben gerufen werden.

Written by Herausfinderin

5. November 2008 at 9:17 pm